Frühzeit und Stadtverwendung (um 750–1386)
Nach dem Zerfall des Römerreiches nehmen germanische Alemannen seit dem 6. Jh. immer grösseren Besitz von dieser Gegend. Die germanische Sprache ersetzt allmählich das Latein.
Um 750 entsteht das Benediktinerkloster St. Leodegar, das Mitte des 9. Jahrhunderts unter die Herrschaft der elsässischen Abtei Murbach gelangt. Zu dieser Zeit bzw. um 750, nannte man das Gebiet Luceria. 1178 erlangt Luzern seine Unabhängigkeit von der geistlichen Herrschaft des Klosters Murbach im Elsass. Wahrscheinlich fällt die Stadtgründung in dieses Jahr. Die Stadt gewinnt immer mehr an Bedeutung als Schlüsselstelle im wachsenden Gotthardverkehr. Um 1290 ist Luzern eine weitgehend selbständige Stadt mit etwa 3000 Einwohnern. In dieser Zeit erwirbt König Rudolf I. von Habsburg die Grundherrschaft über das Kloster St. Leodegar und die dazugehörenden Ländereien. Durch die zunehmende Einbindung in die habsburgerische Landesherrschaft sucht Luzern Zuflucht bei den Länderorten. Mit ihnen verbindet die Stadt das Streben nach Selbständigkeit. Mit dem „Ewigen Bund“ vom 7. November 1332 zwischen Luzern und den drei Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden schliessen sie sich zusammen. Später treten die Städte Zürich, Zug und Bern dem Bündnis bei. Mit Hilfe dieses Bündnisses soll die Herrschaft Österreichs beendet werden. Dies gelingt mit dem Sieg Luzerns über die Habsburger in der Schlacht bei Sempach (1386). Für Luzern beginnt eine Zeitspanne grosser Expansion. Luzern gelingt es in kurzer Zeit, zahlreiche Rechte an sich zu bringen, die zuvor den Habsburgern vorbehalten waren. Es entsteht ein Herrschaftsgebiet, das ungefähr dem heutigen Kanton Luzern entspricht.
Von der Stadt zum Stadtstaat (1386–1520)
1415 erhält Luzern von Kaiser Sigismund die Reichsfreiheit und bildet ein kräftiges Glied im eidgenössischen Bund. Die Stadt baut seine eigene Landeshoheiten aus, erhebt Steuern und setzt beamtete Vögte ein. Die Zahl der Stadtbevölkerung von 3'000 geht um etwa 40 Prozent zurück. Schuld daran sind die Pest (um 1350) und etliche Kriege.
1419 taucht erstmals im deutschen Sprachraum in den Akten eines Hexenprozesses gegen einen Mann im schweizerischen Luzern das Wort Hexereye auf.
Vorort der katholischen Schweiz (um 1520–1798)
Im wachsenden Staatenbund der Eidgenossenschaft gehört Luzern zu den einflussreichen Stadtorten. Als die Reformation nach 1520 die Eidgenossenschaft spaltet, werden die meisten Städte evangelisch, Luzern aber bleibt katholisch. Nach dem Sieg der Katholiken über die Reformierten in der Schlacht bei Kappel (1531) dominieren die katholischen Orte die Eidgenossenschaft. Die Zukunft gehört aber den reformierten Städten wie Zürich, Bern und Basel, die im zweiten Villmergerkrieg (1712) die Katholiken besiegen. Die führende Stellung Luzerns in der Eidgenossenschaft ist für immer vorbei. Im 16. und 17 Jahrhundert werden die Kriege und Seuchen immer seltener, somit nimmt die Bevölkerung auf dem Lande kräftig zu.
Jahrhundert der Revolutionen (1798–1914)
1798, neun Jahre nach Beginn der französischen Revolution, marschiert die französische Armee in der Schweiz ein. Die alte Eidgenossenschaft zerfällt, die Herrschaft wird in eine Demokratie umgeformt. Die industrielle Revolution tritt in Luzern erst spät ein. 1860 sind nur 1,7% Prozent der Bevölkerung in der Heim- oder Fabrikarbeit tätig, dies sind viermal weniger als in der übrigen Schweiz. Die Landwirtschaft mit einem hohen Anteil von 40 Prozent der Erwerbstätigen im Bauernstand prägt den Kanton. Dennoch zieht die Stadt etliche Industrien an, die sich aber in den Gemeinden um Luzern ansiedeln. Von 1850 bis 1913 vervierfacht sich die Zahl der Bevölkerung und ihre Siedlungsfläche wächst. Ab dem Jahre 1856 folgen die Bahnen, zuerst jene nach Olten und Basel, 1864 nach Zug und Zürich und 1897 in den Süden.
Entwicklungsakzente im 20. Jahrhundert (1914–2000)
Im 20. Jahrhundert gewinnen die Vororte immer mehr an Bedeutung. Die Bevölkerungszahl im umliegenden Grossraum verdoppelt sich, während die städtische Bevölkerung nur langsam zunimmt. 1981 folgt der Anschluss an die Autobahn.
Entwicklung im 21. Jahrhundert (ab 2001)
Am 17. Juni 2007 stimmten die Bevölkerung von Luzern und Littau der Fusion mit Luzern zu um die gemeinsame Gemeinde Luzern zu schaffen.
In Luzern stimmen 9869 Stimmberechtigte für die Fusion, 8875 dagegen. Das entspricht einem Stimmenverhältnis von 53 zu 47 Prozent. Die Littauerinnen und Littauer stimmten der Fusion mit 2824 gegen 2343 zu (55 zu 45 Prozent.)
Die Stimmbeteiligung lag in Luzern bei 46,2 Prozent, in Littau bei 60,4 Prozent.
Die beiden Gemeinden werden sich am 1. Januar 2010 zusammenschliessen. Die Einwohnerzahl wird 75'000 Personen betragen, die "neue" Stadt wird Luzern heissen und das heutige Stadtwappen wird beibehalten.
Der Luzerner Stadtrat sieht darin aber nur den ersten Schritt für weitere Fusionen. Im Gespräch als zukünftige Partner sind die Gemeinden Emmen, Ebikon, Kriens, Horw und Adligenswil. Ziel ist es, mit ca. 150'000 Einwohnerinnen und Einwohner die viertgrösste Stadt der Schweiz zu werden.
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